Ab heute kann man auf https://www.vogeldesjahres.de/ seinen Favoriten zum Jahresvogel küren. NABU und LBV haben sich für jeden Kandidaten ein Motto überlegt, das er auf seinen Schwingen durch das Jahr tragen darf. Unabhängig davon mache ich mir meine eigenen Gedanken. Machen wir die Amsel zum Vogel des Jahres?
Im 19 Jahrhundert waren Feldlerchen so häufig, dass man sie zu tausenden fing und als Delikatesse verspeiste. Heute wird sie immer seltener, da ihr unsere altmodisch-moderne Landwirtschaft nicht bekommt. Geben wir ihr noch einmal unsere Stimme?
Gesehen habe ich ihn schon, aber wenig wusste ich bisher über den Goldregenpfeifer. Er ist ein Verwandter des Kiebitz und brütet wie dieser bei guter Übersicht am Boden. Dabei bewohnt er ganz besondere Lebensräume, die ihrerseits bedroht sind, deren Erhalt aber ein gutes Instrument zur Verlangsamung des Klimawandels darstellen. Klingt doch nach guten Voraussetzungen, Vogel des Jahres 2021 zu werden, oder?
Husten, Lungenentzündungen, Tod - Frühjahr 2020. Übertragungsweg zunächst unklar, Ausbruch vollkommen überraschend. Was hat das mit der Blaumsie zu tun und warum ist ausgerechnet sie prädestiniert, Vogel des Jahres zu werden?
Ein blau-oranger Blitz zischt pfeifend über den Fluss. Eine bunte Elfe, die die falschen Beeren gegessen hat? Mitnichten, der Eisvogel. Auch er könnte Vogel des Jahres 2021 werden.
"Der Spatz, der kocht das Hochzeitsmahl, verzehrt die schönsten Bissen all" - so heißt es noch in dem Lied "Die Vogelhochzeit". Heute sind wir selber gerne Spatz, behalten die Bissen für uns und geben Haus- und Feldsperling nur dann etwas ab, wenn Naturschutz und Vogelliebe uns dazu bewegen. Der Haussperling, der Spatz, eigentlich allgegenwärtig - hat er das Zeug zum Vogel des Jahres?
Seit 1971 wählen NABU und LBV den "Vogel des Jahres", welcher symbolisch für diverse Naturschutzproblematiken steht - sei es der Schutz von Feuchtbiotopen, für den die Bekassine stehen könnte, sei es für einbe katastrophale Agrarpolitik, auf die die Feldlerche zuletzt 2019 aufmerksam machen sollte oder aber der Verlust von Streuobstwiesen und ähnlichen Lebensräumen, wofür Wendehals oder Grünspecht stehen könnten. Zum 50. Jubiläum wird der Jahresvogel aber erstmals demokratisch bestimmt. Aus allen 307 Brutvögeln Deutschlands sind nun zehn Kandidaten nominiert, die Stichwahl beginnt am 18. Januar. Eine von ihnen ist die Rauchschwalbe. Aber warum sollte ausgerechnet sie Vogel des Jahres 2021 werden?